Zum 2. Advent

An manchem Tag ist meine Seele still:
Ein Gotteshaus, draus alle Beter gingen.
Ein Engel nur wehrt mit den goldnen Schwingen
dem Weihrauch, der mit seinen leisen Ringen
den Jubel seiner Arme fesseln will.

Verträumte Heiligenbilder dunkeln drin
in ratlos-sehnendem Erhörenwollen:
Sie warten auf den Sonntag mit den vollen
Gestühlen und dem großen Orgelrollen — 
und blasse Ampeln schwanken her und hin.

Rainer Maria Rilke (aus: Advent)

Werbung in der Adventszeit

Werbung spielt ja schon immer mit Emotionen der Menschen, um Aufmerksamkeit zu erlangen. Je mehr Aufmerksamkeit, desto höher erscheint die Kauflust. In der Adventszeit sind die Trailer noch emotionaler, noch persönlicher gestaltet. Es wird mit den Klischees gespielt. Sogar neue Figuren werden kreiert, die sich dann teilweise verselbstständigt haben ne umund teilweise zur Tradition wurden. Das beste Beispiel dafür ist Santa Clause, der von Coca Cola zwar nicht erfunden wurde. Jedoch hat Coca Cola ihm ein Gesicht gegeben und nun ist er immer mit dem roten Mantel und dem weißen Bart zu sehen.

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Stressiger Adventsabend

„Schaaahaatz?? Hast du auch an den Adventskranz gedacht?“, ertönte die liebreizende Stimme meiner Frau. „Ja!“, entgegnete ich kurz, den Impuls unterdrückend, meine werte Gattin um Hilfe zu bitten. Ich wusste, dass sie noch an den Weihnachtsdekorationen bastelte. Jedoch mit zwei schweren Einkaufstüten bepackt und zwei Kindern, die lärmend versuchen, an mir vorbeizustürmen, hätte ich wirklich gerne Hilfe gehabt. Ich hielt Anton und Frauke gerade noch auf, bevor sie den Schnee im ganzen Haus verteilten. Seufzend stellte ich meine Taschen ab und widmete mich dem ungeduldigen Nachwuchs. Sie wollten endlich Mama helfen – der Einkauf hatte ja auch lange genug gedauert bei den vollen Geschäften. Als ich beide endlich von ihren Sachen befreit hatte, stürmten sie regelrecht nach oben. Jedes Jahr sind sie mit Feuereifer bei den Vorbereitungen dabei. Wie lange würde das noch dauern? Nächstes Jahr kam Anton schon auf das Gymnasium. Würde er sich diese kindliche Freude bewahren können oder legte er sie mit der Zeit irgendwann ab?

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Sprache in der Endlosschleife

oder Lieber ein Anfang ohne Anhang als ein Anhang ohne Anfang oder so

Dieser Text schlummert schon seit längerem auf meiner Festplatte herum. Er scheint mir nach einer redaktionellen Revision recht gut zum dritten Bild der November-Dezember-Impulswerkstatt von Myriade zu passen. Es geht um das Verwirrspiel, das harmlos scheinende Buchstaben mit uns treiben können, dass man oft nicht weiß, wo einem der Kopf steht.

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Nostalgische Fernsehmomente

Dieser Text für Christianes Schreibeinladung war trotz der thematischen Zusammenhänge eine schwere Geburt. Die Idee, die Revivals von „Wetten dass“ und „TV total“ in einem Text zu verarbeiten, hatte ich schon länger. Doch die Verbindung mit dem Wort Museum kam mir sehr spontan. Nun mussten auch noch biografisch und erinnern sinnig eingebunden werden. Als erstes war es ein etwas sachlicher Text, aus dem langsam eine Geschichte gewachsen ist. Viel Spaß und Freude beim Lesen.

Nachdem ich den Text verfasst habe, ist mir noch eine Verbindung gekommen. Auf dem Foto 3 der Impulswerkstatt von Myriade ist ein Bild von einem Profil seitwärts und gleichzeitig nach vorne zu sehen. Das Wiederaufleben der Vergangenheit in der Gegenwart, aber gleichzitig auch der Blick nach vorne hat mich an diesen Text erinnert. Daher würde ich dies auch gerne hier verlinken.

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