Die aktuelle Schreibeinladung von Christiane bietet die Auswahl von fünf aus sechs Stichwörtern als da wären Wackelpudding, Hoffnungsschimmer, unverzeihlich, unverdrossen, knistern und nähen.
Der Wackelpudding ist erst einmal unnütz. Sein einziger Daseinszweck ist es, zu schmecken. Er gehört einfach verspeist und nichts sonst.
Das spricht keineswegs gegen ihn, zumal ich im Laufe meiner Jahre zur kulinarischen Einfachheit neige: möglichst nur das aus Lebensmitteln herausholen, was in ihnen steckt. Warum etwa soll ich einer Karotte geschmacklich unter die Arme greifen, wo sie von Natur aus eh schon schmeckt? Und der Wackelpudding ist (Achtung Pleonasmus!) Reinheit pur, der auf filigran-kulinaridchen Schnickschnack (von diesem noch ein Messerspitzchen, von jenem noch ein Prischen), nicht angewiesen ist. Ein Minimum an Zutaten, vor allem Wasser, genügt, und bald erblüht er in der Schüssel zu strahlendem Glanz. Ein wahrer löffelweise zu genießender Hoffnungsschimmer am Ende eines zermürbenden und stressreichen Arbeitstags.
Bei ihm muss man nicht fürchten, dass sein Verzehr wie bei einer Karotte plötzlich in eine unverzeihliche Katastrophe mündet, weil ein Sandkörnchen wieder einmal selbst die intensivste Bürstenreinigung überstanden hat und man nicht kaut, sondern knistert. Er bleibt, fern von derlei Widrigkeiten, unverdrossen auf Linie und will nur eines: uns erfreuen. Aber ansonsten ist er, wie gesagt, erst einmal unnütz.



