Mit den Waffen einer Mutter

Es gibt Zimmerwirtinnen, die ihrem Untermieter gegenüber, vor allem wenn es ein Student ist, ein mütterliches Verhalten an den Tag legen. Dabei schrecken sie bisweilen sogar vor raffinierter Hinterlist nicht zurück, wenn sie glauben, ihm eine Lehre in Sachen Benimm erteilen zu müssen.

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Irgendwann im Frühjahr

Es ist heiß. Eindeutig heiß. Sogar diejenigen, die im Frühjahr der Sommersonne entgegenfiebern, stöhnen sich mehr durch die Hitze als dass sie sich ihrer erfreuen.


In der S-Bahn sitzen sich zwei Damen gegenüber. Sie unterhalten sich über die Hitze in ihren Büros. Die eine meint, dass an solchen Tagen eine Klimaanlage wenigstens im Büro für Abkühlung sorge. Die andere Dame berichtet vom Gegenteil. Die Klimaanlage in ihrem Büro erzeuge so viel Kühle, dass man das Fenster aufmachen müsse, um die Raumtemperatur angenehm zu halten.

Humor im Alltag

Man solle das Leben mit Humor nehmen, sagt man, dann ließe es sich leichter ertragen. Das will ich gerne glauben. Nur: Wo soll ich den Humor hernehmen? Ich könnte schon am Morgen eine gehörige Portion davon brauchen, wenn mich der Wecker aus dem Schlaf reißt. Oder wenn ich mich der S-Bahn anvertraue, deren Zuverlässigkeit sich in einem Wort zusammenfassen lässt: Verspätung. Kurz und gut: Wenn man dringend etwas Humor braucht, ist keiner da. Also ärgert man sich. Dabei gibt es den Humor durchaus auch im Alltag.

Wenn ich ein Schild lese, auf dem ein Dr. Nierstein seine Dienste als Nephrologe, das ist ein Nierenspezialist, anbietet, kann ich schon schmunzeln. Schön ist auch ein Schild in Haidhausen, auf dem man ersucht wird, man möge hier keine Plakate anbringen, und hier hängt tatsächlich kein Plakat. Allerdings hat man das Schild offensichtlich als Einladung zu einer wüsten Schmierorgie missverstanden, die rund um das Schild ihre einschlägigen Spuren hinterlassen hat. Ob die Schmierfinken humoristisch begabte Menschen waren? Jedenfalls bleibe ich für einen vergnügten Augenblick stehen, wenn mir sowas unterkommt. Hoffentlich verfügt auch der Hausbesitzer über ausreichend Humor, obwohl ich verstehen würde, wenn er ihm angesichts dieser ungebetenen „Kunst am Bau“ verginge.

Besser abschmecken geht nicht.

(Foto: Bernhard Huber)

Einmal bin ich nach einer wie gewohnt schmerzhaften physiotherapeutischen Behandlung an der Realschule in Ismaning vorbeigekommen. Eine Seitentür stand sperrangelweit offen, so dass man den innen angebrachten Hinweis recht deutlich lesen konnte: „Fluchttür! Immer geschlossen halten“. Es hat nicht so ausgesehen, dass gerade jemand auf der Flucht gewesen wäre.

Und ein weiteres Mal habe ich in meiner notgedrungen vielgeliebten Münchner S-Bahn folgendes aufgeschnappt. Eine Mutter fuhr mit ihrer Tochter in die Stadt. Das Mädchen zog aus ihrem Schulranzen einen kleinen Plastikbecher heraus, der mit einem Stück Stoff und einem Gummi gut verschlossen war. Luftlöcher in dem Stoff signalisierten: Hier befindet sich ein Kleinstlebewesen in Gefangenschaft. Bald war klar: Bei dem bedauernswerten Geschöpf handelte es sich um einen Marienkäfer, den das Mädchen allerdings liebevoll umsorgte. So versuchte sie vergebens, ihre Mutter dazu zu überreden, ein paar Blattläuse besorgen zu dürfen. Warum? „Damit er es sich richtig gemütlich machen kann.“

Hiermit wird die Frage, woher man den Humor nehmen soll, für gegenstandslos erklärt und zurückgewiesen.

Die Rolling Stones für Nullkommanix

Die Rolling Stones gehören zweifellos zum Inventar der Rockmusik. Trotzdem werden auch ihnen die Karten für ihre Tourneen nicht gerade aus den Händen gerissen, kein Wunder, wenn man liest, dass dafür an die tausend Dollar verlangt werden – regulär und nicht auf dem Schwarzmarkt.

So schön waren Konzertkarten einmal.
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Erbauliches über Bauliches

Manchmal hat man den Eindruck, dass Architekten wahre Wunder vollbringen. Man sehe sich nur den ehrwürdigen Dom zu Köln an, in dem ihre Kunst regelrecht dem Himmel zuzustreben scheint. Aber auch ihr bodenständiges Wirken führt zu überaus erstaunlichen Ergebnissen. Wenn ein Tiefgaragenplatz nicht reicht, können sie im Handumdrehen einen dazuplanen: Sie teilen einfach die zur Verfügung stehende Fläche mit einer weißen Linie in zwei Hälften. Und tatsächlich: Wo’s für einen Smart reichte, reicht es nun für zwei, auch wenn sich die Türen von den aussteigewilligen Personen jetzt nicht mehr öffnen lassen. Man kann eben nicht alles haben, wobei ein Parkplatz in einer verkehrsreichen Innenstadt fast schon alles ist, was man als Autofahrer zum Glücklichsein braucht.

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Wiesn brutal gemütlich

Münchens Oberbürgermeister eröffnet das Oktoberfest nicht nur mit dem einladenden Ruf „Ozapft is!“. Denn er sagt auch: „Auf eine friedliche Wiesn!“. Erst dann werden die Maßkrüge angestoßen, erst dann fließt das Festbier in Strömen, erst dann beginnt der alljährliche zwei Wochen dauernde Ausnahmezustand in der Weltstadt mit Herz.

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