Finde die Besonderheit

Auf meinem Beitrag „Wie aus einfachen Buchstaben ein Text wird“ habe ich sehr schöne Reaktionen bekommen. Feli hat mir in seinem Kommentar einen Text angekündigt und freundlicherweise zugesandt. Vielen Dank an dieser Stelle dafür und dass ich diesen Text hier mit Zustimmung von Feli mit euch teilen darf.

Er besteht aus einfachen Buchstaben, ergibt Sinn und weist eine Besonderheit auf. Ich lade euch ein, diese Besonderheit zu finden und mitzuraten. Nächste Woche werde ich an dieser Stelle das Geheimnis lüften.

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Unnütz

Die aktuelle Schreibeinladung von Christiane bietet die Auswahl von fünf aus sechs Stichwörtern als da wären Wackelpudding, Hoffnungsschimmer, unverzeihlich, unverdrossen, knistern und nähen.

Der Wackelpudding ist erst einmal unnütz. Sein einziger Daseinszweck ist es, zu schmecken. Er gehört einfach verspeist und nichts sonst.

Das spricht keineswegs gegen ihn, zumal ich im Laufe meiner Jahre zur kulinarischen Einfachheit neige: möglichst nur das aus Lebensmitteln herausholen, was in ihnen steckt. Warum etwa soll ich einer Karotte geschmacklich unter die Arme greifen, wo sie von Natur aus eh schon schmeckt? Und der Wackelpudding ist (Achtung Pleonasmus!) Reinheit pur, der auf filigran-kulinaridchen Schnickschnack (von diesem noch ein Messerspitzchen, von jenem noch ein Prischen), nicht angewiesen ist. Ein Minimum an Zutaten, vor allem Wasser, genügt, und bald erblüht er in der Schüssel zu strahlendem Glanz. Ein wahrer löffelweise zu genießender Hoffnungsschimmer am Ende eines zermürbenden und stressreichen Arbeitstags.

Bei ihm muss man nicht fürchten, dass sein Verzehr wie bei einer Karotte plötzlich in eine unverzeihliche Katastrophe mündet, weil ein Sandkörnchen wieder einmal selbst die intensivste Bürstenreinigung überstanden hat und man nicht kaut, sondern knistert. Er bleibt, fern von derlei Widrigkeiten, unverdrossen auf Linie und will nur eines: uns erfreuen. Aber ansonsten ist er, wie gesagt, erst einmal unnütz.

Stadt oder Land – eine Frage der Vorlieben

Fröhliches Kinderlachen ertönt von der Spielstraße. Über mir hat irgendein Nachbar Musik an. Sie mag nicht zu laut eingestellt sein. Die Bässe jedoch ertönen auch in meiner Wohnung. Von der Hauptstraße wird ein dumpfes Geräusch immer lauter. Ein Krankenwagen fährt mit Blaulicht vorbei. Zwischendurch schwillt regelmäßig das Geräusch eines Zuges an, der neben meiner Wohnung vorbei fährt. Es ist Sonntag mittag 12 Uhr und die Kirchenglocken läuten. Selbst heute scheint in einer Großstadt nie ganz Ruhe einzukehren. Mit einer Spielstraße auf der einen und mit einer Bahnstrecke auf der andere Seite meiner Wohnung bin ich jedoch noch in einer ruhigen Gegend Münchens, obwohl meine Wohnung zentral liegt.

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