100% Kultur im letzten Vorcoronajahr

Es war im September des letzten Vorcoronajahres 2019, als für Kulturveranstaltungen nur eine Quote galt: 100%. Das Bild zeigt den Circus Krone in München vor dem Auftritt von Glenn Hughes, der Klassiker aus seiner Zeit als Sänger und Bassist von Deep Purple präsentierte. Dem schloss sich Manfred Mann’s Earth Band an, die nicht genug Zeit hätte, wenn sie alle Hits ihrer gefühlt ewig währenden Karriere präsentieren wollte. Durch Zufall bin ich danach sogar an ein Autogramm von Manfred Mann gekommen, das ich einer Arbeitskollegin geschenkt habe. Denn ich sammle keine Autogramme. Foto: Bernhard Huber

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Mark Haddon: The Curious Incident of the Dot in the Night-Time

Mark Haddon (* 28. Oktober 1962) ist ein englischer Schriftsteller. Für sein Buch The Curious Incident of the Dog in the Night-Time “ (oder deutsch: „Supergute Tage oder Die sonderbare Welt des Christoper Boone“ erhielt er den „Whitbread Book of the Year Award“. Dies ist ein britischer Literaturpreis und wird seit 1971 verliehen. Die Café-Kette Costa Coffee ist der Sponsor. Da diese zum Konzern Whitbread gehört, erklärt sich der Name. In folgenden Sparten wird der Preis vergeben: Erster Roman, Roman, Lyrik, Biografie und Kinderbuch. Das Buch „The Curious Incident of the Dog in the Night-Time “ erhielt den Preis 2003 in der Kategorie Roman. Da er nicht nur für Kinder gedacht ist, wurden verschiedene Umschläge designt – einer für das Kinderbuch und der andere für das Erwachsenenbuch. Es war sogar das erste Buch, das sowohl einen Jugendpreis als auch einen Preis für das Erwachsenenbuch gewann.

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S(ch)neewittchen und die sieben Riesen

Wieder einmal war ich zunächst äußert skeptisch. Aber wieder einmal nehme ich Christianes Schreibeinladung an. Es gilt drei Wörter um maximal 297 Wörter zu etwas Sinnigem anzureichern. Die drei Wörter lauten Zwerg, quer und fühlen.

Vor mir liegt „Das kleine Buch über Riesen“. Ein Buch über Zwerge müsste also „Das große Buch über Zwerge“ heißen, denke ich. Aber Vorsicht: Zwerge sind politisch in Ungnade gefallen. Von ihnen zu reden, gilt politischen Anstandswauwaus als igitt. (Früher wurde Kindern aus Gründen pädagogischer Korrektheit schon mal der Mund mit Seife ausgewaschen, wenn sie ein Wort wie Schei*e sagten.)

Als gläubiger Mensch denke ich aber auch an den politisch inkorrekten Jesus, der den Kleinen eine große Zukunft im Himmelreich verhieß, oder an den Sieg des kleinen David über den Riesen Goliath. Und ich denke an die sieben Zwerge und ihre Begegnung mit Schnee- vielmehr Sneewittchen, wie sie in der Kinder- und Hausmärchensammlung der Brüder Grimm eigentlich genannt wird. Es würde sich anfühlen wie ein Zahn, der quer steht, wenn anstelle von Zwergen sieben Riesen darin vorkämen.

Kein Riese fragt, wer auf seinem „Stühlchen“ gesessen, von seinem „Tellerchen“ gegessen, seinem „Brötchen“ genommen, seinem „Gemüschen“ gegessen, mit seinem „Gäbelchen“ gestochen, seinem „Messerchen“ geschnitten und aus seinem „Becherlein“ getrunken hat. Und wie sollen sie in einem „Häuschen“ Platz haben und in „Bettchen“ schlafen? Selbst zusammengepfercht wie Ölsardinen hätten sie niemals Platz in dieser tiny Bleibe. Man will sich ja auch mal bewegen, und wenn einer niest, dann fliegt ihnen alles um die Öhrchen. Nein, dieses Bärchen kann man mir altem Märchenfreund nicht aufbinden. Zwerge – ätsch, politische Korrektheit! -, Zwerge müssen‘s sein. (Kleine Menschen nenne ich übrigens niemals Zwerge.)

Märchen gehören gefühlt zum wahrhaftigsten, was die Literatur zu bieten hat. Sie sind gewiss kein Synonym fürs Lügen nach dem Motto „Erzähl mir keine Märchen“. Eher lügen Geschichten, die nach „wahren“ Begebenheiten erzählt sind. Begebenheiten können natürlich nichts anderes als wahr sein. Aber was nach ihnen erzählt ist, ist ein Roman oder ähnliches, kurzum fiktiv. Im Unterschied zum Märchen.

Lösung zu dem Text, der eine Besonderheit aufweist

Letzte Woche habe ich euch mit dem Text von Feli ein Rätsel aufgegeben. Hier findet ihr nochmals den Text, um ihn nochmals unter dieser Perspektive zu lesen.

Es ist ein relativ langer Text, aber es fehlt der Buchstabe „e“, obwohl dieser ein recht häufiger Buchstabe ist. Beim Glücksrad – einem Spiel das ich noch in meiner Kindheit im Fernsehen verfolgt habe – war das E oft genug Garant dafür, dass man Buchstaben aufdecken konnte. Einen Text mit Sinn und ohne diesen Buchstaben zu entwerfen, ist schon bemerkenswert.