John Conolly: Das Buch der verlorenen Dinge

David lebte in London zur Zeit des Zweiten Weltkriegs, als seine Mutter starb. Immer mehr verwischten sich Realität mit Fantasie. Als er dann mit seinem Vater zu dessen neuer Frau zog und er einen Halbbruder bekam, änderte dies sein Leben. Er zog sich immer mehr zurück und die fantastische Welt schien die Realität immer mehr zu verdrängen.

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Frau Grafs Giräffchen

Irgendwie hätte ich das folgende gerne wirklich erlebt. Das war aber meiner Fantasie vorbehalten, die mich zu meiner allergrößten Freude einmal mehr nicht im Stich ließ, als Christiane mit den Wörtern Giraffe, mondsüchtig und suchen wieder zum Schreiben einlud.

Als ich noch bei Frau Graf in Untermiete wohnte, bestand meine Miete nicht in der Zahlung eines bestimmten Geldbetrages, sondern in einer Dienstleistung. Ich hatte ihre Giraffe, damals noch ein kleines Giräffchen, einmal am Tage Gassi zu führen.

Giraffen pflegen ihren Kopf ziemlich weit oben zu tragen. Zusammen mit der merkwürdigen Tatsache, dass ihre Zunge blau ist (könnt ihr beim nächsten Tierparkbesuch gerne überprüfen, falls ihr mir nicht glaubt), gelten sie deshalb als blasiert und eingebildet.

Aber Frau Grafs Giraffe war nicht so. Im Gegenteil: Lieb war sie. Sie hatte einfach nur eine leicht mondsüchtige Art an sich, was aber einfach daher rührte, dass ihre ins Vertikale neigende Statur nicht die Bodenhaftung ausstrahlte, wie man sie vom Regenwurm kennt. Ich flanierte gerne mit ihr durch den Englischen Garten in München, vorbei am Monopteros, am Chinesischen Turm und an den Tretbooten nebst Enten im Kleinhesseloher See.

Aber das Giräffchen wuchs, und ihr Hals wurde länger und länger. Das ging soweit, dass, wenn die Wolken niedrig am Himmel standen, von ihrem Kopf kaum mehr etwas zu sehen war. Als ich Frau Graf darauf ansprach, meinte sie, sie suche schon länger nach einer neuen Unterkunft, in der für ihr langhalsiges Haustier genug Luft nach oben wäre.

So wohnen wir drei jetzt in einem Hochhaus, und ich gehe weiterhin täglich mit einer ausgewachsenen Giraffe im Englischen Garten Gassi, die freilich für mich immer Frau Grafs Giräffchen bleiben wird.

Was für ein Finale!

Der neue Snooker-Weltmeister heißt wieder einmal Ronnie O‘Sullivan. Mit einem Locherfolg von 94 % fegte er seine Gegner gerade am ersten Tag förmlich hinweg. Judd Trump bewies aber Stärke, kam am zweiten Tag zurück. Der Vorsprung jedoch war zu groß, um Ronnie noch aufzuhalten.

Ganz besonders werden mir die Fernsehbilder in Erinnerung bleieben, als Ronnie Judd umarmt hat. Beide waren sichtlich bewegt und hatten einen ganz innigen Moment des höchsten Respekts voreinander geteilt.

Ronnie hat damit den Rekord von Stephen Hendry erreicht. Beide haben nun sieben mal die Weltmeisterschaft gewonnen und Ronnie greift nächstes Jahr erneut an. Ich traue es ihm zu, dass er sich in den nächsten Jahren auch noch den achten Titel holt.

Nicht zu vergessen ist, dass am 2. Mai 2022, an dem Ronnie zum siebten mal Weltmeister wurde, Jimmy White 60 Jahre alt wurde. Jimmy White hat mit seinem Charisma Snooker ganz weit nach vorne gebracht.

Es war eine gelungene Weltmeisterschaft mit einem furiosen Finale sowie einem grandiosen Sieger.

Verlagsankündigung

Sachbuch-Neuerscheinung: Der Saharastaub

Es mutet schon fast an wie die x-te Wiederholung im Fernsehen. In diesem Frühling sucht uns der Saharastaub oft heim. Beim ersten Mal war es noch ein Phänomen. Der Staub färbte die Luft orangerot und verlieh den Städten eine merkwürdige Stimmung. Mit dem Blutregen kam dann der Staub herunter und bedeckte alles. Die Waschstraßen liefen vor Autos über. Fensterscheiben wurden gereinigt. Alles war wieder schön sauber. 

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