Jetzt geht die Saison wieder los. Im Winter waren sie nur vereinzelt und isoliert. Langsam aber kriechen sie wieder nach und nach aus den Löchern. Meistens sind sie in Kartons gelegt und es ist ein Zettel zu finden, auf dem da in breiter Schrift steht „ZU VERSCHENKEN“.
Weiterlesen „Zu Verschenken“Wie im Mauerwerk

Wie im Mauerwerk der Dübelsteckt im Feld ein gelbes Rübel,und dort klammert es sich fest,so lang es der Bauer lässt.Und schon naht er sich mit …
Wie im Mauerwerk
Der alte weise Mann
Seit man den alten weißen Mann zum Überübeltäter ausgerufen hat, weiß ich, dass ich Narrenfreiheit habe, eine Freiheit, wie sie (frei nach manch einem Philosophen) kaum größer gedacht werden kann. In diesem Sinne widme ich mein Gedichtchen Bild 2 von Myriades Impulswerkstatt.
Weiterlesen „Der alte weise Mann“Zeit, Abschied zu nehmen
Es ist Zeit Abschied zu nehmen. Und bevor hier Spekulationen auftauchen. Es geht nicht darum, dass ich von meinem Blog Abschied nehme.
Weiterlesen „Zeit, Abschied zu nehmen“Energie im Bauch

Dank Einstein wissen wir, die Energieist eine Form nur des Gewichts.Mein Bauch ist also auchdie schiere Energie, sonst nichts.Doch trät‘ ich heut‘ …
Energie im Bauch
Nicht fotogen

Erster Filmkünstler
Abendbrot, heimatlos, auszeichnen sind dieses Mal die drei Pflichtwörter, die zur Teilnahme an Christianes Schreibeinladungen berechtigen, sofern sie in einem Text von höchstens 300 frei wählbaren Wörtern vorkommen.
Sir Charles Spencer Chaplin verkörperte als Charlie den heimatlosesten Tramp der Filmgeschichte. Blöder Superlativ, ich weiß, aber bei Chaplin macht man mit einem Superlativ nicht leicht etwas falsch. Vor allem aber zeichnen sich seine Filme durch ihren poetischen (und sogar politischen) Humor aus. Es gibt so viele Szenen, die sich wie ikonisch ins Gedächtnis einprägen. Wenn ich nur an seinen „Goldrausch“ denke!
In diesem Film lädt Charlie zwei Damen zum Abendbrot. Eigentlich zu einem Silvesteressen. Aber das passt irgendwie nicht zu den ärmlichen Umständen. Die beiden geben vor, die Einladung anzunehmen, denken jedoch nicht daran, diesem heruntergekommenen Vagabunden, einer in ihren Augen real existierenden Witzfigur, tatsächlich die Aufwartung zu machen. Dabei hat der sich mächtig ins Zeug gelegt. Während Charlie wartet, überkommt ihn die Müdigkeit, und er schläft ein. Im Traum gibt er vor den beiden Damen den unwiderstehlichen Unterhalter, der zwar nicht die Puppen, aber zwei Schrippen tanzen lässt. Mithilfe zweier Gabeln, die er in die Brotlaibchen piekst, führt er den perfekt choreografierten legendären „Brötchentanz“ auf. So tiefgründig humorvoll und vor allem würdevoll kann das Leben gerade auch in der Not sein.
Man begreift aber auch, warum Chaplin mit dem Tonfilm sogar dann noch gehadert hat, als er nicht mehr aufzuhalten war. Charlies Filmsprache war das Bild. Dabei hat er sich auch in Ton durchaus wacker geschlagen. Trotzdem: Die Figur des Tramps war mit dem Tonfilm Geschichte.
Chaplin wurde natürlich immer wieder ausgezeichnet. Seine Verehrung in Amerika kühlte aber aus politischen Gründen deutlich ab, was den gebürtigen Engländer sogar ins Schweizer Exil zwang. 1972 endlich erhielt er seinen Walk of Fame-Stern in Hollywood, außerdem einen Ehrenoscar für seine filmischen Verdienste. Die Verleihung zeigt einen zutiefst gerührten alten Mann, dem die Welt des Films endlich den Tribut zollt, den er als erster Filmkünstler (noch ein Superlativ) verdient hat.

