Die Hochzeitsglocken von Las Vegas

Obwohl sie lebt, ist die Wüste ist bekanntlich eine eher unwirtliche Gegend. Niemand käme auf die Idee, hier, wo sich Klapperschlange und Skorpion Gute Nacht sagen, ein Spielcasino zu eröffnen. Es sein denn, man baut gleich eine komplette Stadt darum herum. Dann brummt der Laden, wie man an Las Vegas sieht. In den Sand der Wüste von Nevada gesetzt, lockt diese auf spektakuläre Shows und Glücksspiel spezialisierte Metropole vergnügungsselige Touristen aus aller Herren Länder an. Das Land der unbegrenzten Möglichkeiten findet hier seinen schillerndsten Ausdruck.

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Emsemsem erzählt wieder mal, und zwar wieder mal Blödsinn

In die Jahre gekommen, hub Emsemsem der Jüngere wieder mal an zu erzählen, und wieder mal erzählt er von einer Zeit, die er erlebt hat, als er nicht nur dem Namen nach jünger war.
Damals war es, als die Menschen nichts Besseres zu tun hatten als Geld zu machen. Denn Geld war ihnen heilig, und was einem heilig ist, danach trachtet man und betet es an. Dabei entwickelten sie erstaunliche Fertigkeiten, so dass sich niemand wunderte, als eine Tafel Schokolade statt einszweioderdrei über Nacht plötzlich zehn kostete. Für eine Banane wurden sogar mehrere Millionen abgecasht.

Weil in den Banken bald kein Platz mehr war, stapelten Menschen ihr Geld statt auf Konten vor ihren Häusern, wo es wuchs und gedieh und bald die Skylines der Städte überwucherte. Darüber breiteten sie Umhänge aus dem Fundus eines berühmten Verpackungskünstlers, die aber, obwohl sie wetterfest und sogar diebstahlsicher waren, kaum Schutz boten vor dem unter dem Namen Inflation bekannten Schwund.

Genau jetzt begann die Ära der Bargeldlosigkeit, und damit das das Ende von Arm und Reich. Denn jetzt musste sich keiner mehr verhuscht an die allgegenwärtigen Geldstapel wanzen, in der Hoffnung auf herumliegendes und -fliegendes Geld. Man sagte beim Aldidl einfach „Mit Karte”, und die Kasse klingelte, es sei denn, es gab wegen Dunkelflaute keinen Strom. Das passierte, wenn die Politik vergessen hat vorzusorgen und zu viele Menschen auf einmal wie Märchenwesen vor dem Spiegel vor dem Computer saßen, um auf der Suche nach der finalen Schönheit zu inflünzen oder inflünzt zu werden.

Ja, sowas erzählte Emsemsem der älter werdende Jüngere. Er konnte sich das leisten, weil er der Spross einer Seitenlinie der furchtbar berühmten und, man kann es nicht anders sagen, sch...teinreichen Strichmännchenaristokratie war, die ein gewisser Jederweder dereinst begründet hat. Gott hab ihn, was sonst, selig!