Sonntagsgedanke: Freunde

Ein Artikel von n-tv hat mich zu diesem Artikel inspiriert. Sie stellen es als so besonders hervor, dass wenige Deutsche enge Freunde haben und sich diese Freundschaften meist aus der Jugend getragen bis in das erwachsene Alter hinein gehalten haben. Dabei müsste doch jedem klar sein, dass „Freundschaften“ nicht immer gleich „Freundschaften“ sind. Enge Freunde, denen man alles anvertrauen kann und mit denen man alles kann, ist das Idealbild. Und auch aufgrund dieses Idealbilds ist es eben schwer zu erreichen, denn es sollte ja auch dann das ganze Leben lang halten, da sich ja Freunde um einen in allen Lebenslagen kümmern. Diese Bilder werden uns durch Bücher, Fernsehen und anderen Medien schon früh geprägt. Wenn ich an die Kinder- und Jugendserien denke, wie „Hanni und Nanni“, „TKKG“, „Die 5 Freunde“ oder „Die ???“, so wird schon hier das Ideal einer immerwährenden, tiefen Freundschaft gezeichnet, die sich im Leben schwer nachvollziehen kann. Man denke an die vielen verschiedenen Stationen, die wir durchlaufen, wie Grundschule, dann die verschiedenen weiterführenden Schulen und Ausbildungen. Dabei wird dann auch im Berufsleben eine Flexibilität, sowohl zeitlich wie auch örtlich, verlangt, die solche Freundschaften schwer machen. Jetzt kann man ja sagen: Es gibt aber doch mehr Möglichkeiten durch die digitalen Medien. Ja, aber das ist längst kein Ersatz zum perönlichen Treffen, Austausch oder persönlichem Erleben verschiedener Ereignisse. Daher entfremden sie uns eher als uns zusammen zu bringen. Ich will hier aber nicht die sozialen Medien gänzlich vertreufeln. Um sich zu verabreden oder Hinweise zu senden, sind sie sehr hilfreich, jedoch nicht unbedingt um eine Freundschaft zu vertiefen. Daher verwundert mich der Artikel von n-tv nicht sehr.