Was lernen wir aus Corona?

Die erste Phase der Corona-Pandemie ist vorbei. Das Virus verbreitet sich langsamer. Daraus ergeben sich zwangsläufig einige Fragen, die auch in den Medien diskutiert werden, u.a.: Was lernen wir aus Corona? Gibt es etwas, das bleibt? Sowohl privat als auch beruflich als auch im öffentlichen Leben? Oder wird es irgendwann wieder so sein, wie es war? In manchen Sachen habe ich den Eindruck, dass es wieder in die Richtung vor der Krise zurück geht.

Nehmen wir einmal die Arbeit. Das betrifft die meisten und ist alltäglich. Werden durch Corona jetzt manche Dienstreisen überflüssig oder ist es nur eine vorübergehende Erscheinung? Zwar greifen viele Firmen jetzt auf Video-Konferenzen zurück, aber manche Reise wird nur verschoben und nicht aufgehoben. Die Zeit muss dann zeigen, ob nicht gründlicher überlegt wird, welche Dienstreise notwendig ist. Der zweite Punkt bei der Arbeit ist Home Office. Viele arbeiten derzeit vom Home Office aus. Viele Firmen haben auch angekündigt, das auch nach der Krise verstärkt anzubieten. Doch ob Home Office sinnvoll ist, hängt auch von der Arbeit selbst ab. Eine Office Managerin zum Beispiel kann das Büro kaum von zu Hause aus koordinieren. Außerdem stelle ich mir das Home Office nicht so abwechslungsreich vor wie die Arbeit im Büro. Ich selbst arbeite im Büro und habe noch nicht einmal einen guten Arbeitsplatz in meiner Wohnung, den ich für Home Office nutzen könnte, geschweige denn einen vernünftigen Stuhl für stundenlanges Sitzen. Wenn das Realität werden sollte, müssen Firmen auch darin investieren, den Mitarbeitern die notwendigen Utensilien zur Verfügung zu stellen. Aber auch das wird die Zeit zeigen.

Im Alltag begleiten uns seit einigen Wochen nun auch Hygienemaßnahmen wie Maske tragen, Abstand halten, Hände waschen und desinfizieren. Es wäre hier gut, wenn die einfachen Hygienemaßnahmen, wie Händewaschen oder Husten und Niesen in die Armbeuge in die Menschen internalisiert werden würden. Das würde uns nicht nur bei Corona helfen, sondern auch bei der üblichen Grippewelle im Herbst und Winter. Ich hoffe, dass es sich durchsetzt. Hier gilt, wie schon bei der Arbeit, dass uns das die Zeit zeigen wird, ob der fehlende Druck nach der Krise uns das schnell wieder vergessen lässt.

Der nächste Punkt wäre die Freizeitgestaltung. Viele haben jetzt mehr Zeit, weil sie sich weniger mit Freunden treffen, keine Konzerte, Kinos o.ä. besuchen. Natürlich ist das auch ab und zu schön, aber viele haben ihren Terminkalender sehr dicht getaktet und kaum einen Tag für sich. Es wäre jedem zu wünschen, auch hier etwas mehr Ruhe einzubauen. Vielleicht können wir das aus der Krise lernen.

Der Umgang mit anderen Menschen ist in der Anfangszeit auch anders geworden. Man hatte keinen direkten Kontakt mehr, wollte aber alten und hilfsbedürftigen Leuten helfen. Die Hilfsbereitschaft nahm zu. Es wäre schön, wenn dies bleiben würde. Aber nach der Krise wird sich wahrscheinlich wieder eine Normalität einstellen, in der wahrscheinlich wieder mehr Leute auf sich schauen und nicht auf andere. Derzeit kann man aber auch hier noch keine Prognose erstellen.

Im Tourismusbereich geht momentan ja gar nichts. Die Branche hofft natürlich auf einen Boom nach der Krise. Es trifft sie ja besonders hart. Viele Medien befeuern dies ja noch, indem sie die Fragen stellen, wo der Sommerurlaub dieses Jahr überhaupt stattfinden kann. Ich kenne auch einige Leute, die sehr enttäuscht sind, dass sie nicht wegfahren können. Doch ich denke, dass es eine gute Gelegenheit ist, mal eine andere Art von Urlaub zu entdecken. Vielleicht macht es ja auch Spaß, daheim zu bleiben und die unerkannten Gegenden der Heimat zu erkunden. Ein Nebeneffekt wäre auch, dass man das Klima nicht sehr belastet. Vielleicht ist dieser Urlaub ja dann auch erholsamer. Aber da müsste ein Umdenken stattfinden ebenso wie in den anderen Bereichen, die ich genannt habe.

Dieses Umdenken wird sich aber erst langfristig zeigen. Hat diese Krise etwas verändert? Das werden wir wohl erst ein paar Jahre später beantworten können wie die Folgen der weltweiten Finanzkrise. Das, was jetzt in den Medien gesagt oder geschrieben wird, ist reine Spekulation. Das Umdenken in den einzelnen Bereichen muss von den Menschen aus gehen, und zwar von mehreren, wenn sie manches internalisiert haben. Daher sollten wir mit den Prognosen jetzt noch vorsichtig sein.

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