Kreuzigung aus Kindersicht

Der liebe Gott hat zwar viel Verdruss mit den Menschenkindern. Aber gewiss hat er manchmal auch seine Freude an ihnen, vor allem wenn diese Menschenkinder Kinder sind.

Die Oma besucht mit ihrem Enkel den Gottesdienst. Der Bub schenkt dem heiligen Geschehen allerhöchste Aufmerksamkeit. Vor allem das Evangelium hat es ihm angetan.


„Die haben“, flüstert er der Oma wie aus heiterem Himmel in höchster Aufregung zu, „Nägel genommen.“
Natürlich ahnt die Oma als in Erziehungsfragen erfahrene Dame sofort, dass nach der Messe ein erklärendes Gespräch unausweichlich ist, zumal noch mehrere Male die gehauchten Worte des Enkels an ihr Ohr dringen: „Die haben Nägel genommen.“


Kaum aus der Kirche nimmt der Kleine den Faden unverzüglich wieder auf: „Oma, die haben Nägel genommen.“
Aber noch bevor die Oma zu einer Antwort ansetzen kann, fügt der Knirps, wie einer, der alt genug ist zu wissen, wo der Hammer hängt, hinzu: „Die hätten doch auch Schrauben nehmen können.“


Ich bin mir sicher, dass auch der liebe Gott über eine solche Geschichte in seinen Bart hineinschmunzelt, mag er einen haben oder nicht.

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