Genderbewegtes Bayern

Als Bayer hat man nicht selten das Gefühl, von Vorurteilen umzingelt zu sein, nur weil man „Grüß Gott“ statt „Guten Tag“ sagt und das Schriftdeutsch sein lässt, was es ist: Schriftdeutsch. Egal ob wir in der Bundesliga oder im Bildungswesen Spitze sind, scheint es dem außerbayerischen Rest der Republik nicht möglich zu sein, davon Abstand zu nehmen, uns für zurückgeblieben zu halten.

Umso mehr wird, wer mit der großartigen bayerischen Seele und Denkungsart wenig vertraut ist, überrascht sein zu vernehmen, dass unser Volksstamm von Natur aus genderbewegt ist.

Zwar ist das Gender Mainstreaming allgemein aus unserem Denken, Sprechen, Fühlen und Wollen nicht mehr wegzudenken so wie nach Loriot auch die Frau aus unserer modernen Gesellschaft nicht mehr wegzudenken ist. Aber uns Bayern liegt es direkt im Blut. Ein Bayer ohne Gender ist wie Eva ohne Adam.

Wer es wagt, mir zu widersprechen, soll mich kennenlernen. Mein lieber Schieber! Trau dich fei ja nicht! Sonst fällt der Watschnbaum um und du kriegst links und rechts ein paar Bockfotzn (Aussprache: Bohkfohtzn) verpasst, dass du bald nicht mehr weißt, obst Manderl oder Weiberl bist.

Mehr Gender ist nicht möglich.

„Gastarbeitern“, wie man Menschen mit Migrationshintergrund einmal nannte, ist das bestens bekannt. So soll sich dermaleinst einer mit folgenden Worten über die scheinbare Komplexität unserer Ausdrucksweise beklagt haben: „Deutsche Sprache, schwere Sprache! Dasdieder Deifi hoi: ein Wort, drei Artikel.“ Heute wissen wir: Das ist nur bayerisches Mainstreaming.

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